Gemeinde Straufhain

Königin Therese von Bayern wurde am 8. Juli 1792 früh um 1 Uhr im Jagdschloss Landsѐjour Seidingstadt als Prinzessin von Sachsen-Hildburghausen geboren. Die glückliche Niederkunft von Herzogin Charlotte mit einer wohlgebildeten und gesunden Tochter hat Herzog Friedrich an 73 Königs- und Fürstenhäuser, in wöchentlichen Zeitungen im Herzogtum und über die Erlanger und Frankfurter Zeitung mitteilen lassen.

Welche verheiratete Frau wird wohl von sich sagen können, dass der künftige Schwiegervater zur eigenen Geburt ihren Eltern gratulierte? Bei Prinzessin Thereses war es so. Herzog Maximilian von Pfalz-Zweibrücken hat dem fürstlichen Haus in Hildburghausen am 27. Juli 1792 seine Glückwünsche übermittelt. Geheimnisumwoben ist ihr Taufort, weil es keine eindeutigen Belege dafür gibt, ob in der Hofkirche im Residenzschloss Hildburghausen oder im Jagdschloss Landsẻjour Seidingstadt der Taufakt vollzogen wurde. Der Eintrag im Taufbuch der Hofkirche liefert gerade den Hinweis, dass beide Varianten möglich sind und Seidingstadt nach Würdigung aller Argumente und Nachweise der mögliche Taufort sein müsste.

Das Jagdschloss Seidingstadt mit seiner Altertümlichkeit, die Burgruine Straufhain, die Kirche Seidinstadt als Gebetskirche der herzoglichen Familien während der Sommeraufenthalte und so auch von Prinzessin bzw. Königin Therese bei deren Landaufenthalten in Seidingstadt und das Pfarrhaus, auch Casimir-Haus genannt, bilden sowohl funktional als auch räumlich eine Einheit, weil alle in der Gemarkung Seidingstadt gelegen und zur Zweitresidenz gehörig. Das Jagdschloss Seidingstadt war nach dem Verkauf durch die Sachsen-Meinigischen Landesregierung von 1836 bis zu ihrem Tod im Jahr 1854 im Privatbesitz von Königin Therese von Bayern, erst gemeinschaftlich zusammen mit ihrem Bruder Prinz Eduard von Sachsen-Altenburg und seit 1841 im alleinigen Besitz. In ihrem Testament gibt die Königin als gestandene Frau mit 60 Jahren ihre schönen Kindheitserinnerungen und den Lieblingsaufenthaltsort ihres verewigten Vaters Friedrich als Grund für diese Erwerbung an. Das Schloss wurde Ende der 1970er Jahre abgerissen. Aus Anlass des 200jährigen Krönungsjubiläums haben engagierte Mitglieder im Freundeskreis Straufhain unter Vorsitz von Winfried Schüler Archivalien in den Staatsarchiven Altenburg, Meiningen und Coburg, Kreisarchiv Hildburghausen, Landeskirchenarchiv der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland/Eisenach und Kirchenarchiv Hildburghausen sowie aus Privatbesitz der Nachkommen von Dr. Gottlieb Hofmann gesichtet in dieser Abhandlung zusammengefasst.

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